Der Countdown läuft….

Ich dachte immer Pfadfinder sitzen mit der Gitarre ums Lagerfeuer und singen Lieder. Scheinbar nicht alle, ich werde gerade eines besseren belehrt, hier in der direkten Nachbarschaft ist eine große Feier mit nicht überhörbarer Musik. Da dachte ich mir, wenn ich eh schon wach bin kann ich auch die Zeit nutzen und mal wieder einen Eintrag auf meinem Blog hiterlassen.

Kaum zu glauben vor ziemlich genau einem Jahr habe ich die Tage bis zum Abflug in mein Abenteuer 1 Jahr Freiwilligendienst in Chile gezählt. Jetzt zähle ich die Tage bis zur Heimreise. Meine mir noch verbleibenden 13 Tage hier in Santiago werde ich nocheinmal in vollen Zügen genießen. Solangsam muss ich mich von immer mehr Menschen und Orten hier verabschieden, was mir nicht einfach fällt. Ich bin mir sicher ich werde eines Tages nochmal zurück in meine zweite Heimat Santiago kommen. Jedoch ist die Vorfreude auf meine Heimat in Deutschland inzwischen rießig und ich bin schon sehr gespannt was mich alles erwartet. 🙂

Als Nachtrag mein 3. Quartalsbericht (Februar-April)

3. Quartalsbericht.

Und ganz aktuell mein 4. Quartalsbericht und mein Abschlussbericht

4. Quartalsbericht.

Abschlussbericht

Advertisements

Todavía, estoy viviendo…

Ohje, jetzt hab ich mich schon Ewigkeiten nicht mehr zu Wort gemeldet.

Hier passiert einfach unglaublich viel und die wenige Zeit die mir noch bleibt rast nur so davon.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll mit erzählen. Am Besten alles der Reihe nach.

Denn 1. Mai habe ich dieses Jahr etwas anders verbracht wie gewohnt. Es ging für Franzi und mich nach Mendoza. Einer Stadt in Argentinien nahe der chilenischen Grenze. Wir haben uns Freitagabend mit dem Bus auf den Weg gemacht, so dass wir nach einem 90 minütigen Stopp auf 5000m Höhe morgens zum Frühstück in Mendoza waren. Da ich einen weiteren Stempel in meinem Reisepass sammeln wollte bin ich mit meinem Reisepass und nicht mit Carnet (chilenischer Ausweis)gereist. Was scheinbar nicht möglich ist, ich müsste immer meinen Carnet bei mir haben, so meinte es jedenfalls der Grenzbeamte bei der Einreise nach Argentinien. Im Hostel angekommen haben wir erste einmal unser Frühstück ausgepackt „ohne Mampf kein Kampf“ jetzt konnte der Tag beginnen. Wir dachten eine „free walking Tour“ sei eine gute Gelegenheit die Stadt kennen zu lernen und außerdem war das Wetter hervorragend. Da außer Franziska und mir an diesem Tag nur Amerikaner an der Tour teilgenommen haben, konnte ich mein Englisch mal wieder auskramen und etwas üben. Mendoza hat mich fasziniert, es gibt unglaublich viele Plätze und Parks und ist so viel grüner wie Santiago. Die Straßen sehen aus wie Alleen. Links und rechts mit Bäumen bepflanzt, die Schatten spenden. Bewässert durch Kanäle welche mit Schmelzwasser gespeist werden. Da wir schon mal bei dem Thema Tour waren haben wir am Nachmittag gleich noch eine Wein- und Olivenöltour gemacht. Wir haben ein kleines familiäres Weingut und eine große industrielle Anlage besichtigt, nachdem wir etliche Weine gekostet haben mussten wir leider fest stellen, das wir nun Experten in der Weinverkostung waren aber der argentinische Wein nicht unserem Geschmack entspricht. Was hingegen beim Olivenöl ganz anders war. Dieses war so lecker, das ich sogar ein kleines Fläschchen gekauft habe um mit nach Deutschland zu bringen. Nach dem ganzen Wein musste wieder etwas anständiges in unseren Magen, so dass wir uns für ein Bufettrestaurant zum Abendessen entschieden haben. Anschließend sind wir gemütlich über einen Handwerkermarkt geschlendert. Im Hostel wurde uns angeboten wir dürfen ohne Aufpreis vom 12er Zimmer in ein 4er Zimmer wechseln, wenn wir nach unserem Aufenthalt eine Rezession schreiben. Das Angebot haben wir natürlich gerne angenommen. Besser schlafen konnten wir deshalb aber nicht, weil ich Hostel bis 4 Uhr gefeiert wurde und es sehr laut war. So haben wir uns die Rezession auch gespart. Sonntagsmorgens haben wir uns nach einem gemütlichen Frühstück in Richtung Busbahnhof auf gemacht, wir wollten die Rückfahrt dieses Mal tagsüber antreten, da die Landschaft wunderschön sein soll. Morgens hatten wir noch bei dem Busunternehmen angerufen und uns erkundigt ob der Pass offen ist. Bis wir eine halbe Stunde später mit unserem Gepäck am Busbahnhof standen, hieß es auf einmal der Pass ist geschlossen. Mhhh… Da der Pass auf 5000m liegt, hat es wohl sehr viel geschneit. Die Straßen sind sehr schmal und führen mitten durch eine Gipfelkette. Die Überquerung war zu gefährlich und der Pass blieb erst einmal geschlossen. Das hieß für Franzi und mich ein neues Hostel suchen, und in Santiago Bescheid geben, das wir nicht wie geplant morgen auf der Arbeit erscheinen werden sondern unseren Urlaub unfreiwillig um vorerst einen Tag verlängert haben. Dieses Mal haben wir ein kleinwenig teureres Hostel genommen mit der Hoffnung diese Nacht mehr Schlaf zu bekommen. Mit der Hostelwahl hatten wir wohl kein Glück, dieses Mal hatten wir ein frisch verliebtes Pärchen bei uns im Zimmer…. und haben uns Bettwanzen eingefangen.

Die mir noch die ein oder anderen Probleme und einen Krankenschein bereitet haben, da ich leider allergisch auf die Stiche reagiert habe. Die Argentinier haben den 1. Mai etwas anders verbracht wie viele Deutschen, es wurde nicht von Festle zu Festle gewandert sondern für die Arbeitnehmerrechte protestiert. Jedoch hatten genau wie in Deutschland ganz viele Geschäfte geschlossen, weshalb Franzi und ich uns für einen Kinobesuch in der Mall entschieden haben. Einen Mann den wir beim Geld abheben gefragt haben wo wir unsere Guthabenkarte für den Bus aufladen können, hat zufälligerweise ganz in der Nähe der Mall gewohnt und uns mit genommen. Da der Kiosk um die Karte auf zu laden geschlossen hatte. In der Mall war der Großteil an Restauranten geschlossen so mussten wir beim Burger King zu Abend essen. Am Montag war der Pass immer noch geschlossen, so haben wir einen gemütlichen Tag bei Picknick und Matetee im Park San Martín verbracht und abends lecker gekocht. Am Dienstag konnten wir mit zwei Tage Verspätung endlich unsere Heimfahrt antreten. Wie angekündigt sind wir direkt durch die Berge zurück gefahren und an der Grenze konnte ich ohne Probleme auch ohne chilenischen Ausweis einreisen.

Wenn einen einmal die Reiselust gepackt hat….

Nach 1,5 Wochen Arbeit ging es für mich und Vicky (meine Arbeitskollegin) in den (kleinen) Süden von Chile. Mit dem Nachtbus sind wir freitags abends nach Pucon gefahren und kamen morgens nach 10h Busfahrt in einer netten Ortschaft mit viel Grün und Holzhäuschen an. Wir hatten uns in das Hostel der Cousine einer unserer Arbeitskolleginnen eingemietet, diese hat uns direkt mit einem leckeren Frühstück empfangen. Wir waren die einzigen Gäste da ihr Hostel normalerweise in dieser Jahreszeit geschlossen ist. Und wurden rund um die Uhr verpflegt, kam uns ein wenig wie bei Oma vor, man musste sich um nichts kümmern und wurde gerufen, wenn das Essen fertig war. Diesen Rundumservice haben wir beide sehr genossen. Nach einem ¾ Jahr WG-Leben war es eine ganz neue Erfahrung mal wieder bekocht zu werden J Wir haben einige Tage in Pucon verbracht, waren in Thermen baden, haben uns schöne Wasserfälle angeschaut, Canopy gemacht, den Sonnenuntergang bei einem Glas Mangosour am Lago Villarica bewundert und den gleichnamigen Vulkan bestiegen. Alles in allem einige schöne Tage um die Seele baumeln zu lassen, die gute Luft und Ruhe weit weg von der Großstadt zu genießen. Nachdem Vicky am Dienstagabend heimgefahren ist, hab ich meine Reise weiter in südliche Richtung fortgesetzt. Über Valdivia, Frutillar, Puerto Varas nach Puerto Montt. Je südlicher ich gekommen bin desto mehr hat mich an Deutschland und den Schwarzwald erinnert. Ich habe noch die ein oder andere Stadttour zu Fuß oder auch mit dem Schiff gemacht, das schöne Wetter bei einem Stück Kuchen und Kaffee genossen, im erfrischend kaltem See gebadet und die letzten zwei Tage in Puerto Montt bei einer Freundin unserer Omi aus Pucon verbracht. Welche mir eine Führung durch den Hafen von Puerto Montt gegeben haben und mich mit zu einer Benefizveranstaltung mit Volksgesang und Tanz geschleppt haben.

Mitte Mai bin ich umgezogen, ich habe die WG gewechselt und ein paar Tage später ging es für mich in meinen letzten Urlaub.

Mit Rieke, Marika und Sofia habe ich mich am frühen Morgen des 14. Mai auf den Weg zum Flughafen gemacht unser Ziel LIMA. Hier haben wir aber nur einen kurzen Zwischenstopp gemacht. Nach einem leckeren Frühstück haben wir erst zu Fuß Lima erkundigt, ich war im Februar ja schon mal einen Tag hier von daher kam mir vieles bekannt vor. Jedoch war Rieke noch nie in Lima und so haben wir uns auch noch für Hop on Hop off mit dem Bus entschieden, so konnte ich noch den ein oder anderen Fleck Limas entdecken den ich bei meinem letzten Besuch noch nicht gesehen habe. Wie zum Beispiel die Knochen von 25.000 Menschen unter einer Kathedrale. Einige waren sortiert so dass alle Schädel in einer Grube lagen und in der nächsten nur Beckenknochen und andere waren angeordnet wie ein Mandalas. Ein seltsames Gefühl in Mitten von 25.000 Toten zu stehen. Über Nacht ging es in der VIP Klasse nach Oxapampa.

So einen Reisebus habe ich in Deutschland noch nicht gesehen, jeder hatte sein Tablett vor sich hängen, die Bordbegleitung hat Snacks vorbei gebracht und das aller wichtigste man hatte gut Platz zum Schlafen. Nach 12h kamen wir relativ ausgeschlafen mitten im Dschungel in Oxapampa an. Von dort ging es mit dem Taxi nach Quillazu. Das 7 Personen und Reisegepäck Normalität ist durften wir auch gleich erfahren, als der Taxifahrer meinte wir müssten noch auf 2 weitere Personen warten. So saßen wir zu viert auf der Rückbank und nochmal zwei vorne auf dem Beifahrersitz. Scheinbar alles ganz normal, das nicht noch jmd im Kofferraum Platz genommen hat, lag wohl daran das dieser mit unseren Rucksäcken voll war. Im Projekt angekommen haben uns die dortigen Freiwilligen aufgeklärt, dass ihr Rekord bei 11 Leuten (inklusive Fahrer) in einem Taxi von einer Kombigröße liegt. Wer im Kofferraum sitzt bezahlt sogar weniger. Da habe ich mal wieder gemerkt das Chile in manchen Sachen doch schon europäische Standards hat. Im Projekt angekommen waren wir erst mal von der Natur überwältigt, grün soweit das Auge reicht. Kühe, Hühner, ein Schwein, Katzen- und Hundebabys. Wir wurden super herzlich von der Chefin im Schlafanzug empfangen und Sophie (Freiwillige im Projekt) hat uns unser Zimmer gezeigt. Die Mädels die im Projekt wohnen haben schon das Frühstück hin gerichtet. Nachdem Frühstück habe ich mich erst einmal in die Sonne gelegt und eine Runde geschlummert. Wir sind ja schon um 6.30 Uhr im Projekt angekommen. Die Mädels mussten als Strafarbeit unser Zimmer her richten. Gegen 11 Uhr kamen Ruben und Pia (andere Freiwillige) und wir sind mit Ruben und Sophie ins Jungsprojekt gefahren und haben uns das angeschaut. Dieses ist viel größer als das Mädelsprojekt und hat sogar eine eigene Forellenzucht, Schreinerei, Bäckerei und vieles mehr. Die Mandarine die ich direkt vom Baum gepflückt habe, hat super geschmeckt. Den zweiten Tag im Urwald haben wir für einen Tagesauflug nach Pozuzo genutzt. Sehr früh wurden wir von einem kleinen Bus abgeholt, der nach meinem deutschen Verständnis mal wieder sehr überfüllt war. Aber halt so schlimm ich war mit aus dem Fenster schauen beschäftigt. Laut den Freiwilligen fuhren wir gerade auf der 5. gefährlichsten Straße der Welt. Es ging links und rechts runter und das man sich die Straße mit Wasserfällen teilt ist scheinbar ganz normal. Ich war froh als wir in Pozuzo ankamen und ich wieder aus dem Buschen war. Die Luftfeuchtigkeit hier war sehr hoch, so dass wir erst einmal platt waren ohne was gemacht zu haben. Nach einem Frühstück haben wir uns aufgerappelt um das Örtchen das von Deutschen und Tirolern gegründet wurde an zu schauen. Wir waren in einem Museum zur Entstehungsgeschichte, auf dem Friedhof und zum Abschluss lecker Mittagessen. Für mich gab es Kässpätzle mit einem lecker schwäbischen Salat. Dazu getrunken haben wir einen Saft aus der Quito Quito Frucht. Erinnert vom Geschmack etwas an Kiwi. Um 15 Uhr sind wir dann auch schon wieder zurück ins Mädelsprojekt gefahren. (Für alle die etwas mehr über das Projekt erfahren möchten http://www.peru-aktion.de/peru/startseite-des-maedchenprojektes.php) Bevor es Abendessen gab habe ich noch die Anderen motiviert mit mir zur Badestelle zu gehen. Einmal mitten im Dschungel baden stand auch noch auf meiner Todoliste. Es war gar nicht so kalt wie alle behauptet haben. Am dritten Tag wollten wir in den Nationalpark Yangachaga zum Wandern gehen. Leider war unerwartet ein Tor verschlossen, wir hätten uns in einem Büro anmelden müssen, davon wussten wir jedoch nichts. Sehr schade, aber die 1stündige „Wanderung“ bis zum Tor ging auch schon mittel durch den Dschungel, richtig krasses Kontrastprogramm zu Santiago. Man hört Wasserfälle plätschern und kann Schmetterlinge beobachten. Auf dem Rückweg waren wir auf dem Markt Obst einkaufen so dass es zum Mittagessen einen exotischen Obstsalat gab. Am Nachmittag haben wir uns auf den Rückweg nach Oxa gemacht, dort wollten wir noch gemütlich mit Caro Abendessen und dann ging es mit dem Nachtbus wieder nach Lima. Ich wollte gar nicht weg aus dem PARADIES. Nach 12h Busfahrt sind wir von Lima nach Arequipa geflogen. Am Abend haben wir direkt eine Tour in den Colca Canyon für Freitag gebucht um den Donnerstag etwas zum Durchatmen zu haben. So starteten wir am Donnerstag mit leckerem Pancake-Frühstück auf der Dachterrasse des Hostels in den Tag. Den Vormittag haben wir im Santa Catalina Kloster verbracht. Das war wirklich beeindruckend, da ist das maulbroner Kloster nichts dagegen. Eine Stadt für sich auf 20.000m² mit einem beeindruckenden Feeling. Am Freitagmorgen sollten wir schon um 3 Uhr abgeholt werden, Betonung liegt auf SOLLTEN mit 40 Minuten Verspätung war der Bus dann auch da, aber wir sind halt in Südamerika… Zum Glück konnten wir im Bus weiter schlafen. Bevor es zum Cruz del Condor ging (wie der Name schon sagt kann man hier besonders gut Kondore beobachten) gab es erst einmal Frühstück. Ohne Mampf kein Kampf… Ganz schön groß diese Vögel, er ist der weltweit größte fliegende Vogel. Mit einer interessanten Partnerwahl, er hat nur eine Partnerin, wenn diese stirbt lebt er sein Leben lang alleine oder begeht Suizid. Am Samstag haben wir eine Freewalkingtour durch Arequipa gemacht und am Sonntag ging es dann wieder in das kalte Chile. So schnell war auch mein vorerst letzter Urlaub hier in Südamerika vorbei. Ein unglaublich schöner mit beeindruckender Natur.

Letzte Woche war ich mal wieder bei der Feuerwehr, wir hatten uns zum Once (Zwischenmahlzeit zwischen Mittag- und Abendessen verabredet) ich hatte Laugenweckle und Schneckennudeln gebacken und mein Chiletrikot dabei gehabt auf dem alle unterschrieben haben.

Hier lief die letzten Wochen die Copa America und Chile ist Meister geworden.

Chichichi Lelele Viva Chiiiileeee!!!

 

Franzi, Rivana und ich haben am 12.06 auf dem Wintermarkt geholfen die Fundacion Cristo Vive zu vertreten. Das war nochmal ein sehr einschneidendes Erlebnis für mich. Der Wintermarkt hat im Club Manquehue stattgefunden, ein Club in dem sich die Deutschen oder Leute mit deutscher Abstammung treffen. Kurz gesagt die Reichen, hier hat es alles was das Herz begehrt riesen Sportanlagen,… WMF und viele weitere Unternehmen die ich aus Deutschland kenne waren vertreten und wir sind mit unseren hellen Haaren überhaupt nicht auf gefallen, praktisch war das wir so sogar das Deutschlandspiel live anschauen konnten. Abends sind wir in Bus gestiegen und waren in 10 Minuten wieder in der Población angekommen. Einfach nur erschrecken wie nah Armut und Reichtum hier beieinander liegen.

 

Letzen Montag war hier Feiertag, eigentlich wäre dieser heute aber die Chilenen haben ihn einfach mal auf den Montag verlegt, dass sie ein langes Wochenende haben. Am Montag haben wir uns von Vicky verabschiedet, sie hat nur 11 Monate Dienst gemacht. Julius ist für die nächsten drei Wochen im Urlaub, deshalb bin ich gerade alleine Im Hogar. Meine Küchentía hat einen Krankenschein, ihr merkt schon Arbeitskräftemangel.

 

Nach Ostern wurde in den Hogar eingebrochen und einiges geklaut, leider auch da Geld das wir mit dem Verkauf der Osternester erwirtschaftet haben.

Am 03.Juli hatten wir Familienfest im Hogar. Da viele keine Eltern mehr haben, wird hier nicht der Mutter-/ Vatertag gefeiert sondern es gibt ein Familienfest. Vicky hat mit den Jovenes einen Tanz zu „Vivir mi vida“ (Ich lebe mein Leben) einstudiert, den wir gemeinsam aufgeführt haben und nach zwei andere Aufführungen und dann wurde gemeinsam mit den Familien gegessen.

Sonst ist alles beim alten, ich führe weiterhin jede Woche meine Küchen-AG durch, vor zwei haben wir Brezeln gebacken morgen backen wir pan amasado.

Letze Woche habe ich das Brett an dem die Zahnbürsten hängen neu gestrichen und gerade sind Julius und ich dabei den Schrank aus zubauen, was gar nicht so einfach ist, da der Schrank krumm und schief ist. Jeder Joven hat jetzt einen Sportbeutel für sein Spannbetttuch und Kissenbezug bekommen, im Schrank hat jeder ein Fach so dass die Bettwäsche separiert ist und alles etwas hygienischer abläuft und auch die Ausbreitungsgefahr von Läusen nicht mehr so hoch ist.

In den letzen Wochen haben wir verschieden Ausflüge mit den Jovenes unternommen, jeder durfte sich etwas aussuchen. Zur Auswahl standen der Cerro San Cristobal, das Planetarium, Schwimmbad, Kino und Reittherapie. Sowohl die Jovenes wie auch wir hatten eine Menge Spaß dabei und für den ein oder anderen hat sich ein lang ersehnter Wunsch erfüllt. Wie z.B. für Violetta die mir seit Anfang meines Jahres erzählt hat, das sie noch nie im Kino war. Jetzt waren wir im Kino und haben „Heidi“ gesehen.

Solangsam fange ich mich hier an zu verabschieden, ich muss immer öfter daran denken wenn ich an einem Ort bin ob es vielleicht das letzte Mal ist, das ich hier bin. Meine Tage sind gezählt. Ein zweischneidiges gefühl. Ich werde hier einiges hinter mir lassen. Freue mich aber auch schon riesig, wieder nach Deutschland zu kommen.

Jetzt sind es noch 31 Tage dann stehe ich wieder in Frankfurt am Flughafen J

Entonces hasta luego!

 

PS: Wer es bis hier unten geschafft hat Hut ab, war mal wieder ein wirklich langer Bericht 😉

Ostern

Bevor ich jetzt ins Bett gehe und morgen in eine neue Woche starte, weil der Ostermontag hier leider nicht frei ist möchte ich euch noch von meiner K-woche und meinem Osterwochenende hier in Santiago berichten.

Letzes Wohenende war ich Samstags abend mit Caro in der „Piochera“ einer typisch chilenischen Bar. Hier wurde der Terrimota, das typische Getränk des Nationalfeiertages erfunden. Nachdem wir von unseren Nebensitzern in eine Diskusion üner Htler verwickelt wurden und ih leider nicht belehren konnte, haben wir die Flucht ergriffen. Sonntags sind wir nach Viña del Mar und Valpo gefahren. In Viña haben wir uns ein Museum zu den Osterinseln angeschau, wir haben uns rießig gefreut, das wir als chilenischen Studenten durch gegangen sind und nur 1/5 des normalen Eintrittspreises bezahlen mussten. Da kommt die Schwäbin durch 😀 Anschließend sind wir nach Valpo weiter gefahren. Unser Ziel, die „La Sebastiane“ ein weiteres Haus des Schriftsteller Paolo Neruda. Das dritte und letzte was mir noch gefehlt hat. Wie schon die anderen zwei WUNDERSCHÖN, mein Favorit ist jedoch seine Residenz in Santiago. Zum Mittagessen gab es eine Empanada und dann bin ich auch schon weiter zu meiner Free-Walking Tour. Die anstrengender als gedacht war, da ich schon wieder eine richtige Erkältung habe. Trotzdem war es interessant und ich verstehe jetzt warum einige der anderen Freiwilliegen sich in diese Stadt verliebt haben, es gibt schon wirklich schöne Ecken. Ich habe Valpo noch einmal ganz andest wie an Karneval und Silvester kennen gelernt. Nachdem wir noch etwas am Hafen saßen und die Wellen beobachtet haben, mussten wir einen Sprint zum Busterminal einlegen, weil wir die Entfernung unterschätzt haben. Dann war unser Tagesausflug an die Küste auch schon wieder beendet.

 

Da Vicky, letzte Woche Urlaub hatte und wir seit Februar eine Tia weniger sind. Also schon zwei Personen gefehlt haben bin ich am Montag auch mit leichtem Fieber in den Hogar gegangen und habe den Tag dann auch irgendwie überstanden. Wie schon in der letzten Woche war auch diese Woche, die Haupttätigkeit von Julius und mir Osterhasen zu basteln, die wir anschließend mit den Jovenes verkauft haben. Mit dem eingenommenen Geld werden Materialien für das laufende Jahr finanziert. Zum Beispiel Fließen für die Mosaikwerke die, die Jovenes herstellen. Am Mittwoch haben wir gemeinsam Eier gefärbt. Mit rote Beete und Spinat. Ich war ganz stolz auf mich das ich den Jovenes erklärt bekommen habe woher die Tradition des Eier färbens kommt. Am Gründonnerstag haben wir vormittags mit den Jovenes die Fußwaschung und das letzte Abendmahl gefeiert. Nachmittags gab es dann eine kleine Feier für die Tias. Die Jovenes haben alle Tücher auf den Kopf gebunden bekommen, so waren sie als Jünger verkleidet. Sogar Julio unser Autist hat sich ein Tuch von mir um binden lassen, wohl die Tia meinte ich brauch es gar nicht versuchen. *STOLZ* Inzwischen macht er sogar die Toilettentür hinter sich zu und wäscht anschließend die Hände, wenn man ihn durch Gesten darauf hin weist. Am Anfang des Jahres war das noch undenkbar.

Geplant war über das verlängerte Wochenende in den Süden in einen Nationalpark zu fahren und mit Caro eine zweitägige Wanderung zu manchen, jedoch waren wir beide so erkältet, das wir unsere Tickets wieder zurück geben mussten. So habe ich Ostern in Santiago verbracht. Am Freitag ganz nach schwäbischer Tradition Maultaschen gemacht und sie großzügig verteilt und den deutschen Freiwilligen eine Freude gemacht und den Chilenen etwas von meiner Kultur beigebracht. Am Nachmittag habe ich mich am Kreuzzug hier durch das Viertel beteiligt. Am Samstag musste ich erst Mal ausschlagen und dann ging es weiter osterlich in der Küche zu. Ich habe Osterlämmer gebacken. Abends bin ich zum Osternachtsgottesdienst. Bewaffnet mit einer Kerze, wie ich es am Vortag erklärt bekommen habe. Zwei Drittel das Gottesdienstes wurde im dunkeln abgehalten. Zu Anfang erleuchtet durch unsere Kerzen, die wir an der Osterkerze entzündet haben. Total schön eine Kirche mit schätzungsweise 600 Leuten mit Kerzen. Hatte etwas von Konzerfeeling. Sonst ging der Gottesdienst wirklich lange, knappe 3h. Das war aber halb so schlimm, da ich inzwischen sogar die Lesungen, Predigen und Liedtexte verstehe. Vor 8 Monaten bei meinem ersten Besuch in Schwester Caroline Kirche noch undenkbar. Anschließend sind wir mit Osterkerze, Kreuz und Megafon bewaffnet singend durch die Straßen zurück in die Kirche von Schwester Caroline gelaufen. Wir haben einfach immer wieder die komplette Straße gesperrt und Leute sind aus ihren Häusern gekommen und haben ihre Kerzen an unseren angezündet. Um 1 Uhr war ich dann auch müde im Bett, war ein langer Tag.

Deshalb war der Sonntag heute wieder etwas ruhiger. Ich habe mit meiner Familie telefoniert, lecker gekocht und versucht in den Dschungel der Studienfächer Licht zu bringen. Leider nur mit mäßigem Erfolg.

Jetzt bin ich reif fürs Bett und freue mich schon auf morgen. Im Moment komme ich richtig gut mit meinen Kolleginnen klar. Morgen dürfen die Jovenes Schokoeier und Obst suchen.

Bis zum nächsten Mal

Ich habe viel erlebt im Februar..

UPDATE: Die Urlaubsbilder sind so „groß“, dass ich sie nicht im Original hochladen kann. Muss ich mich nochmal ausgiebig mit beschäftigen.

Wieder daheim vom Urlaub durch den Norden Chile und Bolivien und anschließendem Zwischenseminar von CV habe ich jetzt endlich etwas Zeit zum Erzählen.

Aber bevor ich euch von meinem Urlaub erzählen möchte gibt es noch ein paar interessante Kleinigkeiten. Wir konnten im Hogar den ersten Zaunteil, noch vor unserem Urlaub fertig bemalen. Leider kamen auch gleich Jugendliche auf uns zu und meinten hier würden sie immer das Logo ihres Fußballvereins hin malen, ich bin gespannt ob unser Gemälde nächste Woche noch da ist oder übermalt wurde.

(Inzwischen sind leider schon die ersten Schmierereien auf unseren Kunstwerken, aber ich habe es noch geschafft einige Fotos zu machen bevor andere meinten sie müssten sich an unserem Werk zu schaffen machen.)

In meiner letzen Woche vor dem Urlaub, habe ich eine Woche in der FBO gearbeitet. Das ist der Bürogebäude von wo aus, die ganze Fundacion Cristo Vive Chile aus verwaltet wird. Ich durfte mit Anne und Felippe zusammen arbeiten. Die Beiden sind für die Öffendlichkeitsarbeit und das Anwerben von Spendern verantwortlich. Ich hatte vielfältige und abwechslungsreiche Aufgaben. So habe ich Ecxeltabellen mit Spenderdaten aktualisiert oder Recherchen betrieben. Hat war eine super Abwechslung zur Hogararbeit, auch wenn es mir in den ersten Tagen schwer gefallen ist 8h vor dem PC zu sitzen, hat es rießig Spaß gemacht.

Am Freitag (05.02.2016) ging es dann los in Richtung Norden, um unserer Urlaubstage optimal aus zu nutzen sind wir über Nacht nach La Serena gefahren, wo wir morgens um 7 Uhr ankamen. In unserem Hostel konnten wir ganz unkompliziert ein Frühstück dazu buchen. Naja es war eine Schüssel Zuckercornflakes und ein Käsebrot aber ok. Nachdem wir uns gestärkt hatten und etwas von der mehr oder weniger bequemen Busfahrt ausgeruht hatten. Sind wir los gezogen um die Stadt zu erkunden. Am Plaza de Armas habe ich mir Muschelchen und Edelsteine in die Haare flechten lassen und wir haben gemütlich zu Mittag gegessen, das archäologische Museum war auch ganz interessant. Um die Mittagszeit sind wir wieder ins Hostel um unsere Zimmer zu beziehen und für den nächsten Tag eine Tour auf die Isla de Damas zu buchen. Den Abend haben wir am Strand verbracht. Das Wasser war angenehm warm und ich bin jedes Mal aufs Neue von der Kraft des Pazifiks beeindruckt.

 

Sonntag, 06.02.2016

Emilia und ich wurden um 8 Uhr von unserer Reiseorganisation direkt vor dem Hostal abgeholt. Sogar sehr pünktlich, was in Chile ja nicht immer der Fall ist. Nach einer kurzen Fahrt raus aus der Stadt, waren wir schon mittel in der Wüste. Mein erstes Mal Wüste *freu* weit und breit nichts außer Sand, und ab und an ein paar Vikunjas (Verwandte des Alpakas). Beeindruckend diese Landschaft unser Guide hat uns alles Mögliche über die Landschaft erzählt und meinte wir hätten heute sehr gute Wetterkonditionen um Delphine zu sehen. Nach einer einstündigen Fahrt sind wir in einem kleinen Küstenörtchen angekommen, wo wir mit ungefähr 20 Personen in ein Boot gestiegen sind und eine halbe Stunde bei rauer See Richtung „Isla de Damas“ gefahren. Auf den Felsen konnten wir alle möglichen Tiere sehen: Seeelefanten, Seelöwen, Humboldt-Pinguine und eine Vielzahl an Vögel. Unser Guide hatte uns ermahnt gute Laune zu haben, da Delphine scheinbar Stimmungen spüren und tatsächlich auf einmal hat sich nicht weit von unserem Boot eine Gruppe von 15-20 Delfinen versammelt. Wunderschöne, beeindruckende Tiere. Es hat richtig Spaß gemacht ihnen beim Spielen zu zusehen, sie haben eine bezaubernde Stimmung geschaffen. So ging mein Wunsch, den ich am Vorabend vor dem Schlafen gehen ausgesprochen habe, Delfine zu sehen auch in Erfüllung. Anschließend sind wir noch auf eine andere Insel gefahren, auf der wir 1h Zeit hatten um uns um zuschauen und etwas am Strand zu entspannen. Anschließend ging es wieder zurück aufs Festland und dort in ein kleines Restaurant mitten in der Wüste, in dem wir lecker Abend gegessen haben und anschließend etwas in der Hängematte gelegen, bevor es mit dem Bus wieder ins Hostel ging. Ein wirklich gelungener Start in den Urlaub J

Montag, 08.02.2016

Heute ist unser letzter Tag in La Serena und wir hatten einen Tagesausflug in die kleine Stadt „Pisco Elqui“ geplant, wie der Name schon vermuten lässt ist sie berühmt für die Herstellung von Pisco. Leider hatte ich beim Sachen packen bemerkt, das ich meine Regenjacke am Vortag im Bus liegen gelassen habe. Glücklicherweise wurde sie gefunden und wir haben beschlossen wir holen sie am Abend auf dem Weg zum Busterminal ab. Durch dieses kleine Missgeschick haben wir etwas Zeit verloren sodass es sich nicht mehr gelohnt hat nach Pisco Elqui zu fahren. Wir haben uns spontan für Vicuña entschieden. Wo wir über einen Markt geschlendert sind, süße Empanadas probiert haben, die Füße in einen Fluss baumeln haben lassen, Kaktusfeigen gepflückt haben (ich habe die Stacheln heute noch in den Fingern) und einen schönen Spaziergang gemacht haben. Die von dem Feuerwehrmann, empfohlene Destelerie haben wir leider nicht gefunden. (Ich konnte an der Feuerwache nicht vorbei laufen, wir haben sie uns kurz angeschaut und gefragt was man sich hier in der Stadt so anschauen kann). Am Abend ging es dann weiter nach Caldera, wo wir nachts ankamen und uns ein Taxi zum Hostel genommen haben.

Dienstag, 09.02.2016

Heute war Entspannung angesagt, wir haben einen Strandtag am traumhaft schönen Strand in „Bahia Iglesia“ eingelegt. Nach 15minütiger Fahrt mit dem Collectivo (Sammeltaxis) mitten durch die Wüste sind wir an einem weißen Sandstrand mit türkisen Wasser angekommen. Nachdem die Sonnencreme eingezogen war, habe ich sogleich das Wasser getestet. Emi war es noch zu kalt. Es war wirklich seeeehr kalt. *pieper* Aber wunderschön, es gab mehrer Felsen um die man schwimmen konnte oder vorschriftsmäßig im Packetsprung runter springen konnte. Später ist Emi sogar mit ins Wasser gekommen. Wir hatten einen schönen Tag am Strand, abends haben wir im Hostel Abendessen gekocht und uns geduscht. Da haben wir schon gemerkt, dass auch das mehrfache eincremen nichts geholfen hat und wir hatten beide einen ordentlichen Sonnenbrand, den wir in den kommenden Tagen zu spüren bekamen. Zum Glück hatten wir dieses Mal die Luxusvariante von Nachtbus gebucht, leider mit 1,5h Verspätung, doch die Nacht war auszuhalten.

Mittwoch, 10.02.2016

Heute waren wir etwas antriebslos, da der Sonnenbrand so geschmerzt hat, jedoch war unser Hostel nicht besonders schön, etwas dreckig und gruselig. So haben wir uns auf in Richtung Stadt gemacht um Antofagasta zu erkunden. Es war eine kleine Qual. Der erste Stopp war der Supermarkt, wo wir uns was zum Mittagessen gekauft haben. Anschließend haben wir uns noch eine Kirche angeschaut und haben uns auf einen Platz gesetzt auf dem eine Nachbildung des Big Bens steht. Hier konnte man allerlei Straßenkünstler beobachten, leider auch kleine Kinder im Alter von 6-8 Jahren, die von ihren Müttern zum Betteln los geschickt wurden. Irgendwann hat der Eisverkäufer uns entdeckt und war ganz interessiert daran woher wir kommen. Wir hatten ein nettes Gespräch, wollten ihm aber trotzdem kein Eis abkaufen. Nachdem wir kurz vor dem Gehen waren, lief er das dritte Mal an uns vorbei und meint er möchte uns gerne ein Eis schenken. Da sahsen wir zwei nun mit unseren knallbunten, künstlichen Wassereisen. Ich konnte mein Eis leider nicht bis zum Ende auf essen, da es schon nach Krebs geschrien hat. Auf dem Rückweg haben wir noch etwas Gemüse auf einem überteuerten Markt eingekauft und im Hostal Wraps gemacht. Nach einer unangenehmen Nacht, war wenigstens das Frühstück lecker.

Donnerstag, 11.02.2016

Tag zwei in Antofagasta

In unserem Reiseführer haben wir ein Salpetermuseum entdeckt, die Hostelbesitzerin konnte uns sagen, welchen Bus wir nehmen müssen. So haben wir uns also auf die Straße gestellt uns auf dem Bus gewartet, jedoch meinte schon der nächste Bus, er würde da auch hin fahren. Nach einer 30 minütigen Busfahrt sind wir auf einem Berg im gehoberen Viertel gelandet, der Busfahrer meinte wir müssten hier ausstiegen und die Straße runter laufen. Aber da war kein Museum, eine Radfahrerin hat uns dann gezeigt, dass das Museum am Fuß des Berges liegt, also sind wir den ganzen Berg wieder runter gelaufen. Aber ok, sonst hätten wir den tollen Ausblick über die Stadt nicht gehabt. Auf dem Weg zum Museum konnten wir gleich noch ein paar Ruinen besichtigen. Das Museum war wirklich interessant und die Sitzecke auf der Terasse haben wir zur Planung unseres weiteren Urlaubs genutzt. Da wir den Nationalpark „Pan de azucar“ aus Gründen von mangelnder Zeit eingespart haben und Iquique streichen mussten, da wir von dort aus nicht mehr mit dem Bus nach San Pedro gekommen wären, konnten wir uns doch noch mit Caro in San Pedro treffen.

Freitag 12.02.2016 und Samstag 13.02.2016

Ich glaub ab hier fange ich an die Tage etwas zusammen zu fassen, sonst wird es eine Endlosgeschichte, ich habe einfach so viel erlebt.

Die folgenden drei Tage haben wir in San Pedro verbracht. Was sich als glücklicher Zufall erwiesen hat, den von hier aus wurden ganz viele Touren angeboten.

Jedoch haben wir erst einen Busanbieter gesucht mit dem wir nach Bolivien fahren konnten, leider vergebens. Wir hätten erst super umständlich weiter in den Norden fahren müssen um von dort aus nach Bolivien zu kommen. So haben wir uns sehr spontan für eine dreitägige Jeeptour durch die Wüste nach Uyuni (Bolivien) entschieden. Diese ging am Sonntagmorgen los. San Pedro ist ein nettes Dörfchen, das leider sehr touristisch ist und nur aus Restaurants, Tante-Emma-Läden und Reiseunternehmen besteht. Da es die unterschiedlichsten Rezessionen zu den ungefähr 50 verschiedenen Anbietern für Jeeptouren gab, haben wir uns für die günstige entschieden. Da so oder so alle die gleichen Stationen abfahren und uns versichert wurde die Fahrer kennen sich aus und die Jeeps seien in einem top Zustand. Diesen top Zustand lernten wir noch kennen, aber dazu später mehr. Für den Nachmittag, hatten wir uns für eine Tour zur Lagune Cejar gebucht. An der Lagune angekommen, haben wir noch andere Freiwillige getroffen. Mir scheint es als sei San Pedro der Treffpunkt so viele bekannte Gesichter, wie wir hier schon getroffen haben. Tatsächlich ist man auf der Lagune wie im toten Meer auf der Oberfläche getrieben. Ein total ulkiges Gefühl, schwimmen war unmöglich man konnte sich nur paddelnd wie ein Hund fort bewegen. Nachdem wir das sehr salzige Wasser wieder abgeduscht haben, ging es noch weiter zu einer zweiten Lagune. Hier haben wir die Zeit nicht zum Baden genutzt sondern zum Fotos zu machen. Ja ich die überhaupt nicht gerne Fotos von sich machen lässt 😀 Hier in der Wüste kann man total gut mit den Perspektiven spielen, so dass richtig witzige Bilder entstehen. Unsere letzte Station hat uns noch etwas weiter in die Atacamawüste geführt, wo wir zu einem 30 minütigen Spaziergang durch die atemraubende Natur eingeladen wurden und beim Sonnenuntergang einen Pisco sauer und Häppchen gereicht bekommen haben. Abends sind wir recht früh ins Bett, da wir am nächsten Morgen schon um 4:30 Uhr abgeholt wurden. Heute hatten wir die Tatio Geysire auf unserem Programm. Wir waren richtig warm angezogen und das stellte sich als sehr nützlich herraus, da die Geysire höher als San Pedro lagen. Scheinbar hatte nur 3 Grad, ob es wirklich so kalt war, weiß ich nicht, aber ich war sehr froh über meine Winterjacke und Alpakamütze. Zum Glück wurde es aber schnell wärmer als die Sonne auf ging. Die zweistündige Busfahrt zu den Geysiren haben wir für ein erneutes Schläfchen genutzt, da es eh noch dunkel war und man so draußen nichts sehen konnte. An den Geysiren wurde uns auch klar, warum wir uns mitten in der Nacht in der Kälte auf den Weg machten. Geysire sind Löcher in der Erde aus denen das kochend heiße Wasser brodelt, dampft und spritzt, das sieht man nun mal am besten wenn es rings rum noch kalt ist. Nachdem wir alles angeschaut haben konnten wir dieses Mal im Sonnenuntergang frühstücken und uns bei einem warmen Kaffee wärmen. Anschließend ging es weiter zu den „Hot springs“ (heißen Quellen) in denen ich ein Bad genommen habe. Den Abschluss machte der Besuch eines kleinen Dörfchens, in dem man Alpakafleisch probieren konnte. (Was ja nichts für mich ist, aber scheinbar ganz lecker ist) Die Kirche fanden wir jetzt auch nicht sonderlich spanend sondern haben uns lieber mit Britta (einer weiteren Freiwilligen) unterhalten. Sie ist gerade am Reisen mit ihren Eltern. Und hat von Bolivien erzählt, von den Busstreiks, die ihnen den Urlaub erschwert haben, wie schlecht verträglich das Essen sei und das schon ein Rucksack geklaut wurde, das hat Emi und mich etwas abgeschreckt. Wir haben die letzten Erledigungen für die Jeeptour gemacht, jeder musste sich noch einen Kanister mit Trinkwasser kaufen und wir mussten noch etwas Geld tauschen. Nach dem Hostelwechsel für die letzte Nacht blieb uns noch etwas Zeit, bevor wir zu unsere letzen Tour hier von San Pedro aus aufbrechen mussten. Wir hatten eine Tour in das Tal des Mondes (Valle de la luna) gebucht, dieses soll besonders bei Sonnenuntergang in vielen verschiedenen Farben erstrahlen. Emi und ich wunderten uns was die Leute mit ihren Stirnlampen vorhatten. Wir wussten es bald, nachdem wir im Tal des Todes ankamen, wir sind durch ein Felsental gewandert und waren sehr froh über unser gutes Schuhwerk. Es war mehr ein bouldern wie ein wandern. Bald konnten auch wir von den Stirnlampen der anderen profitieren als wir auf allen vieren durch Höhlengänge gekrochen sind. Wir wurden ganz schön staubig, aber hat riesigen Spaß gemacht. Anschließend sind wir auf eine große Sanddüne gewandert, so habe ich mir die Wüste immer vorgestellt nichts als Sand mit einem Muster, vom Winde gezeichnet. Als wir wieder unten waren, waren wir ganz außer Atem und haben uns sehr über das kühle Wasser unseres Fahrers gefreut, das er uns mit den Worten „Wasser ist Leben“ gereicht hat. Zum Sonnenuntergang sind wir dann endlich in das Tal des Mondes gefahren. Wo wir unseren letzten Abend in Chile bei Obst, Kräckern und Orangensaft ausklingen lassen haben.

Sonntag 14.02.2016 – Dienstag 16.02.2016

Jeeptour durch die Wüste Boliviens

Mit der obligatorischen halben Stunde Verspätung wurden wir um 8 Uhr von einem Minibuschen abgeholt. Nach 10 Minuten Fahrt waren wir schon an der ersten Station angekommen, der chilenischen Grenze. Wir mussten uns einen Ausreisestempel abholen. Nach gut einer Stunde Fahrt sind wir an der bolivianischen Grenze angekommen. Dort stand ein kleines Holhüttchen, wo wir unseren Einreisetempel in den Reisepass bekommen haben. Gepäckkontrolle Fehlanzeige. Dafür ein reichhaltiges Frühstück und die Verteilung auf die Jeeps. In den folgenden Tagen hat es sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt dafür zu kämpfen mit dem neuseeländischen Paar, einem Engländer und einer deutschen Studentin die gerade ihr Auslandspraktikum abgeschlossen hatte zu reißen. Wir konnten Ihnen beim Übersetzen helfen und gleichzeitig endlich mal wieder Englisch sprechen. Anfänglich wurde ein spanglisch draus aber gegen Ende hat er erstaunlich gut geklappt. Beruhigend zu wissen, dass es so schnell wieder kommt. Es war eine richtig coole Truppe und eine tolle Zeit. Unser Gepäck wurde auf das Dach des Jeeps geschnallt und dann ging es auch schon los.

Ganz schön kuschelig zu siebt in dem Jeep. Wir haben die ersten Gespräche mit unserem Fahrer Rudy begonnen, und schnell auch schon den ersten Stopp an der weißen Lagune eingelegt, die auch wie die grüne Lagune wenig später nicht so farbig wie sonst war, da der Wind fehlte, der die Partikelchen im Wasser, die für die Farbe sorgen aufwirbelt. Dennoch schöne Lagunen und wir konnten die ersten Flamingos sehen und einen Wüstenfuchs unterwegs. Der letzte Stopp vor dem Mittagessen, war die Daliwüste. Sie wurde nach dem Künstler Salvador Dali benannt, da er diese als Hintergrund für sein berühmtes Bilder der verflossenen Uhren verwendet hat. Mittagessen gab es in einem kleinen Häuschen. Tütenkartoffelbrei mit Würstchen. Also Kartoffelbrei mit Ketchup. Naja Der Mann bei dem man den Eintritt für die Toiletten und die hot springs bezahlen sollte war sehr unfreundliche und hatte kein Wechselgeld (In Bolivien muss man überall für die Toiletten bezahlen) So habe ich mich für die Toilette in der freien Natur entschieden, was scheinbar die bessere Idee war, wie die anderen berichteten. Eine Frau hatte mir netter weise ihre Eintrittskarte für die heißen Quellen geschenkt so habe ich doch noch meine Füße im warmen Wasser baumeln lassen. Bevor wir in Richtung Unterkunft gefahren sind, haben wir einen Stopp bei Geysiren eingelegt. Sie lagen auf 5000 Metern, das sollte der höchste Punkt unserer Reise sein. Hier habe sogar ich die Höhe gespürt. Ich muss sagen, die Tatio Geysire waren schöner und so waren wir „in time“ wie Rudy immer sagte. (Er kann nur ein paar englische Basics) und sind zügig weiter gefahren. Jedoch kamen wir nicht so schnell wie geplant in der Unterkunft an, die wir unterwegs unseren Stoßdämpfer verloren haben. Was dann mit einem dünnen Seilchen geflickt wurde. Rudy erklärte uns dann er sei schon 4 Jahre Automechaniker, was nach meinen Rechnungen und seinem Alter nicht ganz stimmen konnte. Als ich dann noch gesehene habe, das er immer wieder ab gekreuzt hat (das macht man hier so wenn man an einer Kirche vorbei fährt) und weit und breit keine Kirche war, war ich glücklich als wir in der Unterkunft angekommen waren. Nach dem Abendessen sind wir tot müde ins Bett gefallen, war ein ereignisreicher und anstrengender Tag.

Am Montag konnten wir etwas länger schlafen, da es erst um 9 Uhr weiter gehen sollte, das Frühstück war für 8:30 Uhr angesagt. Deshalb sollte unser Wecker uns um 8 Uhr wecken. Unsere englischen Freunde meinten es gut und haben uns um 7 Uhr geweckt, weil sie dachten wir haben verschlafen. Sie haben die 1 stündige Zeitverschiebung zwischen Bolivien und Chile nicht bedacht. Zum Frühstück, das es um 9 Uhr gab, wurden *lecker* Pancakes serviert. Rudy hatte inzwischen das Auto gewaschen. Er meinte dass wir beruhigt sind, ein neuer Stoßdämpfer wäre mir lieber gewesen aber ok. Man kann ja nicht alles haben J Um 10:30 Uhr sind wir dann auch endlich los gekommen.

Wir sind höchsten 5 Minuten gefahren, als Rudy meinte der dritte Jeep unseres Konvois hätte eine Panne, er müsste helfen gehen, wir sollen hier eine halbe Stunde warten, aus der halben Stunde wurde eine Stunde und der verunfallte Jeep war nicht mehr zu retten, es wurde ein Ersatz aus Uyuni bestellt. So konnten wir mit 2,5h Verspätung endlich los. 30 Minuten später, wir sind an riesigen Vulkanfelsen angekommen. „Hier werden wir Mittagessen, schaut euch die Umgebung an, in 20 Minuten ist das Mittagessen fertig.“ Wir sind etwas auf den Brocken rumgeturnt und haben die Landschaft bewundert. Nach 20 Minuten kam dann die Aussage hier gäbe es zu wenig Schatten zum Mittagessen und auch keinen Tisch, wir würden weiter fahren. Ihr merkt schon man muss hier sehr spontan sein. Was sich aber gelohnt hat, wir haben in einer wunderschönen Lagune mit kleinen Flüsschen in Mitten von Vicunjas gepicknickt. Genau noch rechtzeitig hatten wir uns nach unserem Verdauungsspaziergang wieder in die Jeeps gerettet und die großen Backpacker auch noch irgendwie zwischen uns unter gebracht, bevor das große Gewitter los ging. Am Abend kamen wir in Uyuni an, wo uns eine schöne Unterkunft mit Wlan und Duschen versprochen wurde. Leider gab es weder Wlan (was ich nicht schlimm fand) noch genug Wasser für eine Dusche (dies wiederum fand ich ärgerlich, da wir sogar extra dafür bezahlt haben) Rudy hatte sich am nächsten Tag dafür eingesetz, das wir unser Geld wieder zurück bekommen. Die Hostelbesitzerin hat behauptet es hätte Wasser gehabt und wollte, das Geld nicht zurück erstatten. Wieder einmal haben wir gemerkt, wie ein Teil der Südamerikaner meint alle Europäer seien reich und von denen kann man das Geld holen. Zum Abendessen gingen wir in ein Restaurant das sich „Bolivien Food“ nennte, es gab Hühnchen mit Pommes und Reis, nicht sehr bolivianisch. Aber ok, da es kein Wasser mehr gab mussten wir müffelig ins Bett und auch den nächsten Tag so überstehen und wie sich dann herausstellte auch noch den übernächsten.

Montag: Wir haben uns ohne Frühstück und mit geputzten Zähnen mit dem Wasser aus der Flasche, da es immer noch kein Wasser gab auf in Richtung „Salar de Uyuni“ gemacht (Salzsee/-wüste je nach Jahreszeit). Dort sind wir pünktlich zum Sonnenuntergang angekommen. Wunderschön, von der uns versprochenen Reflexion für die der Salar so bekannt ist konnte man noch nicht so viel sehen, dafür musste es noch sonniger werden. Also legten wir eine Frühstückspause in einem ehemaligen Salzhotel ein, dass fast ganz aus Salz gebaut wurde. Sie haben Mauersteine aus Salz gepresst. Wir sind die ganze Zeit über eine 18m dicke Salzkruste gefahren unter der sich ein Salzsee von 8m Tiefe befindet, an manchen Stellen konnte man es erahnen, wenn man in die Löcher geschaut hat. Nach dem Frühstück war es dann hell genug und wir konnten die Reflexion bestaunen, die Berge haben sich richtig gut gespiegelt. Da gerade Regenzeit in Bolivien ist, hat der See mehr Wasser als das restliche Jahr, wodurch die Spiegelung noch besser ist. Auch sind weitere Perspektivenfotos entstanden. Nach einem letzten Halt auf dem Zugfriedhof, den wir nicht sehr spannend fanden. Die Eindrücke der letzten 2,5 Tage konnte einfach nichts mehr toppen. War das Mittagessen, bei der Familie eines Guides der abschloss unserer dreitägigen Tour. Emi und ich sind richtig froh die Tour gemacht zu haben, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Netterweise konnten wir unsere Rucksäcke noch etwas im Büro abstellen, so dass wir ohne Gepäck in Uyuni unterwegs sein konnten und Bustickets für die Weiterfahrt nach Cochabamba gekauft haben. Nach einem netten Abend in einer Bar, mussten wir uns leider von unseren Wegbegleitern trennen. Emi und ich wollten weiter nach Cochabamba um dort weitere Freiwillige zu besuchen und der Rest ist nach Sucre gefahren.

Mittwoch, 17.02.2016- Donnerstag, 18.02.2016

Der Umstieg in Oruro mitten in der Nacht hat auch erstaunlich gut geklappt. So das wir früh morgens in Cochabamba ankamen und gegen eine kleine Gebühr unserer Gepäck am Busterminal zur Verwahrung aufgeben konnten. Als erstes wollten wir frühstücken. Was sich als schwierig herausstellte so früh morgens und mit der Unsicherheit, das drei sich eine Lebensmittelvergiftung eingefangen haben. Anschließend suchten wir ein Büro auf, dieses war in unserem Reiseführer als Ort beschrieben, an dem man sehr gute kostenlose Karten bekommt. Wir sind im Bauamt gelandet, da gab es auch sehr gute Karten aber keine die wir als Touristen gebrauchen konnten, also haben wir uns weiter zur Touriinfo durch gefragt. Diese hat uns zwei Museen empfohlen. Das archäologische Museum war recht langweilig, sehr viele Tote. Das Medizinmuseum hatte leider geschlossen. Also haben wir uns für den Besuch des Supermarkts entschieden, es war Zeit fürs Mittagessen und wir wollten der Freiwilligen-WG bei der wir kommende Nacht schlafen durften noch eine Kleinigkeit mitbringen. Anschließend sind wir mit Gondeln auf einen Berg ,am Stadtrand des Zentrums von Cochabamba hoch gefahren, die Jesusstatue war jetzt nicht so fürchterlich interessant, aber man hatte eine schönen Blick über die ganze Stadt. Danach ging es wieder zum Busterminal wo wir unsere Rucksäcke noch abholen mussten und dann mit dem Colectivo nach Tirani, wo die anderen Freiwilligen wohnen. Sie wohnen in einem schön großen Haus, direkt mit der Kinderkrippe, dem Kindergarten und der Hausaufgabenbetreuung auf einem Gelände total ländlich. Wie auch schon im Rest von Cochabamba sieht man hier noch ganz oft Frauen in typischer Tracht, was ich in Chile jetzt noch nie gesehen habe. Nach einem netten Filmabend mit Popcorn und Papaya und einer angenehmen Nacht, haben wir uns am Morgen die Arbeitsstellen angeschaut und mussten uns dann mit dem Bus auch schon wieder weiter in Richtung La Paz machen. Unsere letzte Station, wo am nächsten Tag unser Flieger zurück nach Santiago gehen sollte. Wir hatten uns in einem wirklich großen Backpacker Hostel eingemietet und ich habe erst mal 2h geschlafen. Dann war ich wieder wach. Da es schon spät war, haben wir noch unseren Flug eingecheckt und sind dann schlafen gegangen, leider hatte der unter mir im Hochbett einen sehr unruhigen Schlaf. Sodas ich nicht schlafen konnte. Glücklicherweise war das Wlan nachts nicht so überlastet und ich konnte wenigstens meine Nachrichten der letzen Tage beantworten.

Freitagtag, 19.02.2016

Zum Frühstück gab es Pancakes. Wir haben noch einen ganz kurzen Spaziergang einmal die Straße hoch gemacht und dann mussten wir auch schon zum Flughafen. Von La Paz ging es nach Iquique. Dort hast uns der Mitarbeiter der Fluggesellschaft eine Falschauskunft gegeben und wir sind am falschen Gate gestanden, was wir erst gemerkt haben, als wir nicht auf der Passagierliste für den Flug standen. Unser Flug ging 1,5h später und wir dachten unser Flug wurde nach vorne verlegt. Als unser Flug dann auch noch Verspätung hatte, waren wir heil froh als wir im Flieger sasen. Den Start habe ich noch mit bekommen, dann muss ich eingeschlafen sein. Die Stewardess hat mich dann geweckt, als es in den Landeanflug ging. Mit dem Taxi sind wir dann vom Flughafen heimgefahren, uns unsere 2 wöchige Reise war schon vorbei.

Es war ein wunderschöner Urlaub ich habe Südamerika und explizit Chile nochmal auf eine ganz andere Weise kennen gelernt, wir haben viele nette Leute kennen gelernt und tolle Sachen erlebt, dennoch war ich auch wieder froh in Santiago an zu kommen.

Dann hatte ich Samstag und Sonntag Zeit zum Wäsche waschen und auspacken und am Montag ging es dann auch schon wieder für drei Tage nach Punta de Tralca ans Meer zum Zwischenseminar von Cristo Vive. Da es bei mir jetzt schon 4 Uhr ist und der Blogbeitrag auch schon so lange ist. Berichte ich euch im nächsten Beitrag vom Zwischenseminar und dem Besuch mit Schwester Karoline im Armenviertel. Die Bilder kommen auch die Tage.

Man hört sich 😉

 

 

Der Hochsommer hat begonnen und eine Reise nach Peru

Wie angekündigt habe ich Ende Dezember Besuch von einer Freiwilligen aus Peru bekommen, es war schön gegenseitig Erfahrungen aus zu tauschen, auch konnte sie mir bei der Planung meines Urlaubs in Peru im Anschluss an das Zwischenseminar helfen. Tipps vom Insider 😀

Silvester habe ich in Valparaíso mit meinen Mitfreiwilligen verbracht. Nach einem halben Arbeitstag am 31.12.15 haben wir uns mit dem Bus auf nach Valparaíso, eine Hafenstadt südlich von Santiago gemacht. Da noch mehr das größte Feuerwerk Südamerikas und eines der größten der Welt sehen wollten, haben wir nicht wie sonst 2h gebraucht, sondern 4,5h. Halb so schlimm, fand ich, so hatte ich etwas mehr Zeit zum Schlafen.

In Valparaíso angekommen, haben wir einen Platz gesucht von dem wir uns das Feuerwerk, das auf dem Meer gezündet werden sollte möglichst gut sehen kann. Wir haben uns für einen Berg entschieden. Oben angekommen, haben wir unsere Picknickdecken ausgebreitete. So haben wir mit den anderen Menschen gemütlich auf Mitternacht hin gefiebert. Bei euch war das neue Jahr schon 4h alt, als bei mir die ersten Feuerwerkskörper den Himmel erleuchtet haben. Landestypisch haben wir mit einem Terremoto angestoßen und das atemberaubende Feuerwerks bestaunt. Es zog sich über drei Küstenstädte hinweg, überall wurde synchron gezündet so dass der ganze Himmel hell erleuchtet war. Ein WUNDERSCHÖNES Schauspiel von einer halben Stunde. So ein prächtiges Feuerwerk habe ich zuvor noch nie gesehen. Nachdem die Massen den Berg, Richtung Marktplatz zu einer großen Feier verlassen haben, sind auch wir gefolgt und haben mit chilenischer Musik und Tanz das neue Jahr begrüßt. Anschließend haben wir uns auf Richtung Strand gemacht. Hier wollte ich einen Wunschluftballoon steigen lassen, leider hat es nicht geklappt und er hat gebrannt, bevor er in der Luft war. Ich habe mir trotzdem was gewünscht. Als es anfing wieder hell zu werden sind wir Richtung Busterminal gepilgert, haben unseren Bus umgebucht, so dass ich 1,5h früher daheim war. Auf der Busfahrt hatte ich genügend Zeit um nach zu denken, ich war mir aber nicht sicher ob ich mich über das Jahr 2016 freuen soll oder nicht. Jetzt ist quasi die Hälfte meines Dienstes vorbei. Zum einen genieße ich die Zeit hier (zumindest meistens) und habe noch so viel vor, zum anderen freue ich mich schon total auf Deutschland meine Familie, Freunde,…. und die neue Herausforderung des Studiums. Daheim hatte mich eine Horde von Ameisen in der Küche empfangen, nachdem diese beseitigt waren, musste ich erst einmal Schlaf nachholen. Zum Glück stand mir ein verlängertes Wochenende bevor.

Bevor ich in der Nacht vom 04.01. auf den 05.01. zum Zwischenseminar nach Lima geflogen bin, habe ich meinen freien Tag am 04.01. genutzt um die Kinderkrippe Milaray, eine Einsatzstelle im Stadtteil Huechuraba an zu schauen. Wie ich es schon erwartet habe ist es eine ganz andere Arbeit wie im Hogar. Ich habe fleißig beim Füttern, wickeln, etc. geholfen.

Nach einem angenehmen Flug, sind wir noch mit dem Bus von Lima nach Lurin gefahren, dies war unser Tagungsort für die nächsten 6 Tage. Eine schöne Küstenstadt, mit einem super schönen Hostel mit verstecktem Blick aufs Meer. Es war ein super interessantes Seminar, das viel zu schnell vorbei war. Dennoch war ausreichend Zeit für einen gegenseitigen Austausch. Es gab super leckeres Essen, tägliches Schwimmen im Pazifik und einen Tagesausflug nach Lima. Das Obst hat es mir angetan. Man bekommt super günstig Obst wie Mangos, Maracujas, Grenadias, Kaktusfeigen, Fingerbanänchen, Trauben,.. .ich war wieder einmal beeindruckt, was der Pazifik für eine Kraft hat. Dagegen sind Ost- und Nordsee nur ein Planschbecken. Trotzdem habe ich meistens den Tag mit einer Runde Schwimmen begonnen. Es hat viel Spaß gemacht, mit den Wellen zu kämpfen. Wir haben einiges an Rüstzeug für das verbleibende ½ Jahr bekommen. Nach einem kurzen Zwischenstopp und Besuch der anderen Freiwilligen in Peru, haben wir einen Abend gemeinsam im Kino verbracht und dann ging es auch schon weiter nach Cusco. Leider wurde mein Gepäck in Lima vergessen, glücklicherweise kann ich inzwischen auch schon so Sachen auf Spanisch klären und es kam mit dem nächsten Flugzeug nach. Dank dem netten Empfang von Miriam, Sven und Daniel konnte ich mit Verspätung meine Weiterreise nach Urubamba antreten, wo Noelle am Busterminal schon auf mich gewartet hat. Ich durfte endlich das erste Mal mit einem Tuftuf (dreirädrigen Mototaxi) fahren. Am darauffolgenden Tag haben wir die Salineras besichtigt, es sind Salzbecken auf einem Berg in Urubamba. Die ursprünglich gebaut wurden um das Salz aus dem salzigen Fluss zu bekommen um das Wasser anschließend zu verwenden. Heute wird es natürlich auch verkauft und ist kein Abfallprodukt mehr. Am Abend habe ich mich auf nach Ollantaytambo gemacht, dort habe ich eine Nacht im Hostel verbracht und am Nächsten Morgen bin ich ganz früh nach Aquas Calientes gefahren. Die Stadt am Fuß das Machu pichus, da ich schon um 6.30Uhr da war, meine Tour auf den Waynapichu (Berg, siehe Bild) erst um 10 Uhr beginnen sollte. Dachte ich mir, ich spare mir die 12 Euro für den Bus, der mich auf die 2300 Meter hoch zum Machupichu fahren sollte, auch der Regen konnte mich nicht abhalten, so bin ich die 2h zum Machupichu hoch gelaufen. Ich muss sagen, das war die beste Idee die ich haben konnte. Es war ein wunderschöner Weg mitten durch den Regenwald. Da störte auch der Regen, der im Moment typisch ist (in Peru ist Regenzeit), nicht sonderlich. Passt doch REGENwald und Regen. Oben angekommen habe ich kurz verschnauft und eine erste Vesperpause gemacht. Den Weg zum Checkpoint des Waynapichu zu finden gestaltete sich schwieriger, als erwartet, weil es total nebelig war und ich nicht mal meine eigene Hand sehen konnte. Der Aufstieg auf die 2500 Meter war sehr anstrengend, jedoch hat er sich für den tollen Ausblick wirklich gelohnt. Nach dem Abstieg habe ich mir die Machupichuruinen angeschaut und bin abends mit dem letzten Zug wieder nach Ollantaytambo gefahren. Auf dieser Fahrt habe ich realisiert, das ich gerade eines der sieben Weltwunder gesehen habe. Da wir mit Tanzeinlagen und einer Modenschau unterhalten wurden ging die Busfahrt wie im Fluge vorbei und ich konnte noch einmal die tolle Natur genießen. In Ollantaytambo haben die Taxifahrer mich erst mal versucht ab zu zocken, aber ich wusste ja, was ich am Vortag ausgegeben habe. Am Folgetag bin ich nach Cusco gefahren. Der Plan war nach Pisak auf einen bekannten Inkamarkt zu gehen nur leider kam kein Bus, so bin ich direkt nach Cusco gefahren. Wo Debby, Marika und ich am nächsten Tag das Schokoladenmuseum, den Sonnentempel und einen Markt besucht haben. Ich habe mich ein letztes Mal mit Obst eingedeckt, am nächsten Morgen sind wir auf dem Markt noch einen Smoothie trinken gegangen und dann sollte mein Urlaub auch schon vorbei sein und ich habe mich wieder auf den Weg nach Santiago gemacht. Ich muss sagen ich war froh wieder „daheim“ zu sein, in meinem eigenen Bett schlafen zu können und meine WG wieder zu sehen. Trotz dass ich nur 14 Tage weg war, war es ein komisches Gefühl wieder den Schlüssel im Schloss um zu drehen.

Als ich dann am Montag auch noch meine Weihnachtspäckchen abholen durfte und so viele tolle Sachen auspacken, war der Tag perfekt.Vielen Dank!! Da konnte auch der Hundebiss und der damit 4h Aufenthalt im Gesundheitszentrum nichts an meiner Laune ändern.

Im Moment sind Schulferien in Chile. Deshalb sind seit dieser Woche auch keine Jovenes mehr im Hogar. Wir nutzen die Zeit zum Aufräumen, sortieren, planen des nächsten halben Jahres und zum putzen. Auch bemalen wir gerade einen Teil des Zaunes um den Hogar, leider kommen wir hierbei nur sehr langsam voran, weil es ab 12 Uhr unmöglich ist draußen zu arbeiten, da ist die Hitze zu groß. Aber wir haben ja noch eine Woche.

 

Es ist nicht mehr lang bis ich meinen zweiten Urlaub habe. Ich werde die 2. und 3. Februarwoche in den Norden von Chile, und Bolivien reisen. Die erste Busfahrt und die ersten zwei Nächte im Hostel sind gebucht, die Ideen was wir jeden Tag vor haben stehen, aber letztendlich können wir es dann erst vor Ort planen, wie so vieles hier in Südamerika.

 

Hasta luego!

 

PS: Ende Januar werde ich meinen zweiten Quartalsbericht veröffentlichen.

 

So schnell ist das etwas andere Weihnachten Geschichte und Silvester steht vor der Tür

Ich schreibe euch hier von der Terrasse unseres kleinen Bungalows in Isla Negra. Die restliche Adventszeit verging wie im Fluge. Das vierte Adventswochenende habe ich in Pichilemu verbracht. Das Mekka der Surfer hier in Chile. Natürlich habe ich mich auch im Wellenreiten probiert, am berühmten Strand Punta de Lopos, mit mehr oder weniger großem Erfolg. Wir hatten einen super schönen Zeltplatz. Konnten vom Frühstückstisch aufs Meer sehen, mit Wellenrauschen einschlafen und sobald man aus dem Zelt geschlüpft ist, war man quasi am Strand. Wenn man mal keine Lust auf Strand hatte, konnte man sich gemütlich in eine Hängematte legen oder sich mit Leuten aus aller Welt unterhalten. So konnte ich endlich mal wieder etwas Englisch sprechen. War ein super entspanntes Wochenende genau richtig um noch einmal Energie für die letzte Weihnachtswoche zu schöpfen.

Im Hogar haben wir die letzten Päckchen des Adventskalenders geöffnet, es gab ein Weihnachtsessen mit Truthahn, was hier das typische Weihnachtsessen ist. Für jeden gab es kleine Geschenke. Jeder hat ein eingerahmt es Bild von sich bekommen und zur Feier des Tages haben wir noch Waffeln gebacken.

Letzten Dienstag habe ich im Calle Projekt geholfen. Es wurde ein Weihnachtsessen und eine kleine Feier für die obdachlosen Menschen in Recoleta veranstaltet. Obwohl es ein sehr langer Arbeitstag war hat es mir riesig Freude bereitet zu sehen wie glücklich die Menschen waren und wie man ihnen mit ganz kleinen Dingen eine große Freude bereiten hat können. Auch war es schön zu sehen wie dankbar die Leute sind, was ich im Alltag manchmal etwas vermisse.

Der 24. war für mich noch ein halber Arbeitstag, ganz schön ungewohnt, da merkt man erst so richtig wie gut man es als Schüler hatte. Da keine Jovenes kamen und eine Tia Geburtstag hatte, haben wir schön gefrühstückt und unser Spiel Amigo secreto (eine Art Wichteln) aufgelöst. Anschließend habe ich mit meiner Familie geskypt und durfte sogar live bei der Bescherung dabei sein. Der Wehmut der aufkam, war schnell wieder verflogen, als ich mit meiner WG das Weihnachtsessen zubereitet habe. Der Glühwein hat auch bei 34°C geschmeckt. 🙂 Abends haben wir in der Messe deutsche Weihnachtslieder gesungen, da kam dann sogar etwas Weihnachtstimmung auf, die in den letzten Wochen oft gar nicht vorhanden war.

Freitags morgens haben wir uns auf nach Isla Negra gemacht. Einem kleinen Fischerdörfchen zwei Stunden von Santiago entfernt. Ich habe erst mal ordentlich gefroren als ich aus dem Bus gestiegen bin, weil es 15°C kälter als in Santiago war. Zum Glück habe ich in den Tiefen meines Rucksacks, dann doch noch eine lange Hose entdeckt. Auch dieses Wochenende haben wir uns nicht viel vorgenommen. Lektion 1 die ich hier gelernt habe, es kommt meistens anderer wie man es sich vorgenommen hat. Ich habe die Zeit etwas genutzt um Urlaub zu planen und andere Dinge zu erledigen, die in den letzten Wochen unter gegangen sind. Sonst habe ich die Ruhe, weit weg von der Großstadt genossen. Hier wird einem erst bewusst, dass man in Santiago einer Dauerbeschallung ausgesetzt ist. Ob jetzt von der Musik des Nachbars in Diskolautstärke 24/7 die Woche, dem vielen Verkehr, den Straßenhunden oder die Schüsse, die einen immer wieder aus dem Schlaf reißen. Hier bin ich seit 5 Monaten mal wieder von einem krähenden Hahn geweckt worden. Jetzt mache ich mich auf zum Frühstück und anschließend ins Paplo Neruda Haus, in der Hoffnung, das heute nicht der gleiche Ansturm wie gestern ist. Heute Nachmittag geht es dann wieder mit dem Bus zurück nach Santiago.

Nächste Woche bekommen wir Besuch, ich freue mich schon für einige Tage ein paar mehr Leute im Haus zu haben. Bevor es dann an Silvester zum großen Feuerwerk an Strand geht und anschließend quasi direkt nach Peru zum Zwischenseminar und ein paar Tagen Urlaub rund um Cusco. Ich freue mich schon die anderen Freiwilligen wieder zu treffen und Peru kennen zu lernen.

Ich werde euch anschließend berichten!